Das falsche Evangelium Gesetz vs. Gnade

Nachdem wir nun ein wichtiges und richtiges Fundament für das richtige Verständnis des Wortes Gottes gelegt haben, gehen wir jetzt ein wenig in die tiefe und in die Praxis.

Aufgrund dieser biblischen Realität muss man drauf achten, wie man die Evangelien liest. Jesus selbst wurde noch unter dem alten Bund, dem Gesetz Mose geboren, um alle von diesen Gesetz und alten Bund zu erlösen.

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. (Galater 4,4)

Aus diesen Grund redet Jesus in den Evangelien sehr unterschiedlich mit den verschiedenen Menschen. Die Pharisäer und Schriftgelehrten frustriert er mit dem Gesetz und den Sündern zeigt er Gnade.

Ein klassisches Beispiel dafür ist, die ehebrecherische Frau.

Gesetz

Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu ihm, die beim Ehebruch ergriffen worden war, stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist während der Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Im Gesetz, aber hat uns Mose geboten, dass solche gesteinigt werden sollen. Was sagst nun du? Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten. Jesus aber brückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. (es wird zwar nicht berichtet was er auf den Boden geschrieben hat, aber ich gehe davon aus das er ihnen die wahre Bedeutung des Gesetzes vor Augen geführt hat, wie er es in der Bergpredigt getan hat: „Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch begangen.“ (Matthäus 5,27). Ich gehe davon aus, weil sie in ihren Gewissen davon überführt worden sind.) Als sie aber das hörten, gingen sie – von ihrem Gewissen überführt – einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus wurde allein gelassen, und die Frau, die in der Mitte stand.

Gnade

Da richtete sich Jesus auf, und da er niemand sah als die Frau, sprach er zu ihr: Frau, wo sind jene, deine Ankläger? Hat dich niemand verurteilt? Sie sprach: Niemand Herr! Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!

In dieser Bibelstelle sieht man sehr schön, wie Jesus in der Übergangszeit zwischen den alten Bund mit Mose, das Gesetz und dem Neuen Bund der Gnade handelt und redet. Beachtet man dieses wichtige Prinzip in den Evangelien nicht, dann werden viele Stellen falsch ausgelegt und angewandt.

Was diese Erzählung auch sehr gut aufzeigt und was wir weiter vertiefen werden, ist wie Menschen unter dem Gesetz denken und sich verhalten und wie eine Menschen unter der Gnade sich verhält und redet.

Die Gesetzeslehrer stehen unter einen religiösen Geist durch das Gesetz. Es machte ihr Herz hartherzig. Im Text sehen wir das es ihnen überhaupt nicht um die Frau geht, sondern sie wollten einen Fall konstruieren, damit sie Jesus anklagen können. Sie wollten also die Frau und Jesus anklagen und verurteilen.

Wie reagierte dagegen der Gnadenprediger. Er schlägt die Religiösen mit seinen eigener Waffe, das Gesetz. Er zeigt ihnen auf das kein Mensch in der Lage ist, das Gesetz zu halten und zerstört damit ihre Selbstgerechtigkeit. Der Frau begegnet er mit Vergebung. Aufgrund dieser erfahrene Liebe wird sie befähigt zukünftig anders zu leben.

Da wir die Theologie des neuen Bundes auf die Evangelien angewandt haben, kommen wir nun zu einem sehr großen Problem im heutigen Mainstream Christentum. Da die wenigsten westlichen Gemeinden diese dargestellte Auslegung der Bibel bekannt ist und somit auch nicht angewandt wird, haben wir es in den meisten Gemeinden mit einer Abweichung vom Evangelium zu tun.

Paulus spricht diese Realität im Galaterbrief an:

Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. (Galater 1,6)

Grafische Darstellung von der Abweichung vom Evangelium der Gnade

Wie ich dir anhand dieser Grafik deutlich mache, handelt es sich um eine Vermischung zwischen den alten und neuen Bund. Zwischen dem Gesetz Mose und der Gnade von Jesu Christus. Das Gesetz Mose bzw. der alte Bund wurde mit Israel geschlossen. Der neue Bund wurde für alle Menschen bzw. Christen geschlossen und sie haben deshalb mit dem alten Bund nichts zu tun, den Gott beseitigt hat.

Das falsche Evangelium:

Jesus + das Gesetz

Evangelium + das Gesetz = Gesetz

Gnade + deine Leistung

Das wahre Evangelium dreht sich nur um Jesus und seine Gnade die du im Glauben empfangen kannst. Alles im Evangelium ist ein Geschenk. Diese Evangelium führt dazu das auf der eine Seite der Menschen befähigt für Gott zu leben und auf der anderen Seite kein Stück Selbstgerechtigkeit im Herzen vorhanden ist, weil diesen Menschen klar ist, das sie sich weder selbst retten noch verbessern können. Das führt zu einen demütigen und liebevollen Leben im Gegensatz zu einen selbstgerechten stolzen religiösen Leben das davon geprägt ist, andere Menschen stätig beurteilen, anklagen und verurteilen zu müssen.

Wer das nicht versteht und diese beiden Bündnisse vermischt macht sich vor Gott schuldig ein falsches Evangelium zu verkündigen. Das bedeutet nicht das Gott diesen Menschen nicht bedingungslos liebt, aber die Verkündigung und Lehren haben auf das Leben der Gläubigen eine sehr negative Auswirkung. Christen werden dann die bedingungslose Liebe Gottes nicht erfahren können und auch nicht Freiheit von der Macht der Sünde und erfahren nicht den Segen, den Jesus Christus am Kreuz uns schon erkauft hat.

Das dies der Hintergrund es Galaterbriefes ist, sieht man daran das welche Inhalte er anspricht.

Aber nicht einmal mein Begleiter Titus, obwohl er ein Grieche ist, wurde gezwungen, sich bescheiden zu lassen. Was aber die eingeschlichenen falschen Brüder betrifft, die sich hereingedrängt hatten, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns unterjochen könnten – denen gaben wir auch nicht eine Stunde nach, dass wir uns ihnen unterworfen hätten, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe. (Galater 2,3-5)

Ich bezeuge nochmals jeden Menschen, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten. (Galater 5,3).

Der Konflikt besteht darin, dass Juden versuchten die Christen wieder unter dem alten Bund zu bringen, indem sie sich bescheiden lassen sollen. Die Bescheidung steht für den alten Bund, da man durch die Beschneidung zum Ausdruck gebracht hat, das man sich den alten Bund unterordnet.

Denselben Fehler begehen Gemeinden, wenn sie ihre Mitglieder lehren das wir als Christen Inhalte aus dem alten Bund halten müssen. Dies Vorgehensweise verwässert das Evangelium und macht seine Kraft zunichte und es führt zur Gesetzlichkeit in Gemeinde, wo es nur darum geht, was du anziehen, welchen Tag du halten sollt, wieviel Geld du geben sollst usw.

Der Apostel Paulus hat diesen falschen Lehrern immer widerstanden und ihnen nicht nachgeben. Er versuchte mit seinem Brief die Gemeinde in Galatien zu korrigieren. Er hat dafür viel Leid ertragen müssen, um das Evangelium für uns rein zu erhalten. Ich hatte es auch versucht und das hat mir meinen Job gekostet. Die Ironie der ganzen Geschichte liegt dran, dass wenn heute Christen drauf aufmerksam macht, das in den Gemeinden ein falsches Evangelium verkündigt wird, nur eine beiläufiges Achselzucken bekommt und die unverständlichen Prediger machen mit ihrer falschen Verkündigung weiter.

Manuel