Das wahre Evangelium – der Himmel auf Erden Teil 1

Einer der Hauptzusätze, die das Evangelium verändert haben, ist die Einbeziehung des Jenseits. Ich glaube zwar weiterhin an ein Leben nach dem Tod für diejenigen, die schon gestorben sind. Aber der Glaube an das Jenseits, besonders der Glaube an eine Hölle und einen Himmel, war nie Teil der Botschaft des Evangeliums. Anscheinend sind Menschen auf die Idee gekommen, dass, wenn man nicht über eine zukünftige Schönheit des Himmels spricht, oder Menschen mit der Hölle keine Angst macht, niemand zu Jesus kommen möchte. Denn wenn Jesus wirklich gestorben ist, nur um uns die Wahl zwischen Himmel und Hölle zu geben, dann zwingt er uns im Grunde seine Liebe auf.

Warum sollte jemand bei klarem Verstand, die Hölle wählen wollen?

Ein weiterer Grund ist darin zu finden, dass viele Menschen aufgrund falschen Denkens, den wunderbaren Charakter unseres Gottes der bedingungslosen Liebe nicht kannten und kennen, der durch sein wunderbares Wesen die Herzen der Menschen für sich ganz natürlich gewinnt.

Das wahre Evangelium muss veränderte Menschen hervorbringen, die in der Liebe leben wollen und können, ohne dass man sie mit Androhung einer Strafe im Zaum halten muss.

Wenn wir wirklich glauben, dass wir das Jenseits in der Botschaft des Evangeliums brauchen, dann sagen wir, dass das Evangelium unzureichend ist.

Paulus sagt aber in Römer 1,16:

Zu dieser Botschaft bekenne ich mich offen und ohne mich zu schämen, denn das Evangelium ist die Kraft Gottes, die jedem, der glaubt, Rettung bringt. Das gilt zunächst für die Juden, es gilt aber auch für jeden anderen Menschen.

Es bedeutet, das Evangelium hat die „Fähigkeit/Kraft“ zur Erlösung. Dass wir nun verstehen, dass allein das Evangelium das Mittel zur Erlösung oder Rettung = Sozo (Heilung, Befreiung, Erlösung) ist, werde ich dir jetzt zeigen, dass das Jenseits kein Teil des Evangeliums war.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Geschichte der Menschheit nicht im Himmel oder in der Hölle beginnt, sondern auf der Erde. Gott setzte den ersten Menschen auf die Erde und nicht in den Himmel. Wenn Gott wollte, dass die Menschheit im Himmel ist, hätte er sie dort hingebracht. Beachte, dass am Anfang keine Hölle erwähnt wird.

Was Gottes Ziel mit der Menschheit war, wird in Psalm 115,16 ausgedrückt.

Der Himmel gehört dem HERRN, die Erde aber hat er den Menschen gegeben. 

Offensichtlich war es nie Gottes Absicht, dass der Mensch im Himmel lebt, sondern auf Erden. Zudem muss man bedenken, dass es vor dem Fall so etwas wie ein Jenseits nicht gab, dass es vor dem Fall keinen Tod gab. Ursprünglich waren Adam und Eva unsterblich geschaffen. Das bedeutet, dass der Tod für die Menschheit nicht möglich war, bis sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aßen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Garten Eden kein gewöhnlicher Garten war, sondern ein physischer Ort auf der Erde, wo der Himmel die Erde berührte. Auf Hebräisch bedeutet Eden „eine offene Türe“. Diese ermöglichte Adam und Eva, gleichzeitig in zwei Welten der Realitäten zu leben. So wie wir es auch bei Jesus in Johannes 3, 12–13 sehen.

12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde? 13 Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist. 

Der Mensch lebte buchstäblich in beiden Bereichen. Den unsichtbaren und den sichtbaren. Nach dem biblischen Bericht ging es also nie darum, in den Himmel zu kommen und die Hölle zu vermeiden.

Viele Jahre sind wir von einer Theologie beeinflusst worden, die sich auf das Jenseits konzentriert, und das hatte negativen Einfluss darauf, wie wir auf dieser Erde als Christen lebten und leben. Viele Christen warten darauf, dass ihre Jahre endlich vergehen, sie dem Chaos dieser Welt entfliehen und sie endlich im Himmel, dem wahren Leben, in der Gegenwart Gottes erfahren können.

Inzwischen fragst du dich vielleicht, woher die Vorstellung kommt, dass es beim Evangelium um das Jenseits gehen sollte.

Es sind die Vorstellungen einer griechischen Philosophie, die sich ins Evangelium eingeschlichen haben. Die besonders in frühchristlicher Irrlehre des Gnostizismus zu finden ist. Für sie ist diese Welt ein dunkler, böser, düsterer Ort, und sie erachten die geschaffene Welt als irrelevant. Es waren die Gedanken von Platon und anderen heidnischen Philosophen, die der Ansicht waren, dass die Erde und der Körper böse seien und es letztlich das Ziel des Menschen sei, dem Physischen zu entkommen.

Mit so einer Vorstellung wird natürlich der Tod der Erlöser der Menschheit und nicht das Evangelium von Jesus Christus.

Gott ist aber Leben und der Tod ist kein Teil von ihm. Er ist der größte Feind Gottes und der Menschen. Gott hat den Tod durch die Auferstehung von Jesus Christus besiegt.

14 Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen dessen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, 15 und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden. Hebräer 2,14–15

Aber Jesus kam nicht nur und lebte im Körperlichen, sondern durch seine Auferstehung besiegte er nicht nur den Tod, er stand von den Toten mit einem physischen und spirituellen Körper auf. Sein Körper ist so körperlich, dass er mit seinen Jüngern Fisch aß, und gleichzeitig so spirituell, dass er ohne Probleme durch Wände gehen kann.

Es ist eine falsche Botschaft, wenn wir den Menschen sagen, dass sie gerettet werden sollen, damit sie in den Himmel kommen. Das ist das Physische verlassen können und zum Spirituellen zu gelangen.

Hebräische Denkweise

Durch eine hebräische Denkweise lesen wir die Bibel wie im ersten Jahrhundert und beachten die Publikumsrelevanz.

Deshalb muss man sich die Frage stellen: „Wie war die jüdische Sicht auf das Jenseits?“ Wenn wir in die Gedanken der antiken jüdischen Welt eintauchen, werden wir feststellen, dass die Juden jener Zeit nur wenig über das Leben nach dem Tod nachdachten. Für sie war der Tod einfach der dramatische Verlust des wahren Lebens. Wie der schon zitierte Psalm 115 deutlich macht.

Die Toten rühmen den HERRN nicht, keiner, der zum Schweigen hinabfährt. Psalm 115,17

Ihr Fokus lag mehr auf etwas, das Auferstehung genannt wird. Die Idee der Auferstehung war, dass Himmel und Erde wieder eins werden und der Tod keinen Einfluss mehr auf die Menschheit hat. Diese hebräische Vorstellung führt zu Eden zurück. Dass die Verbindung zwischen Himmel und Erde wieder zustande kommt. 

Was durch den neuen Bund wiederhergestellt wurde.

Gottes Ziel ist also nicht, uns in den Himmel zu bringen, sondern den Himmel und die Erde wieder zu vereinen und den Fluch des Todes zu zerstören, mit all seinen schrecklichen Auswirkungen.

Manuel