Das wahre Evangelium – die Auferstehung / Teil 2

Februar 26

Ein Großteil des westlichen Christentums arbeitet unwissentlich mit todesbasierter Religion zusammen. Sie spricht vom Sterben, anstatt von der körperlichen Unsterblichkeit, sie spricht von Niederlage, anstatt von Sieg. Sie redet von Verlust, Flucht, Leid und dem Martyrium als Weg zum Himmel. Aber im hebräischen Verständnis war wahres Leben mit Gott immer lebenszentriert. Es ging um Feste, Fruchtbarkeit, Vermehrung und die beständige Gegenwart Gottes.

Jesus ist nicht gekommen, um uns zu lehren, wie man gut stirbt. Er ist gekommen, um uns Leben in Fülle zu geben und die Werke des Teufels zu vernichten. Für einen Juden zur Zeit Jesu ging es nicht ums Überleben, es ging darum, in der Gegenwart Gottes zu leben. Deshalb war Jesu Auferstehung nicht nur eine Rückkehr ins Leben. Sie war die Wiederherstellung der göttlichen Gegenwart für die Menschen, in und unter uns.

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und ⟨es in⟩ Überfluss haben. Johannes 10,10

Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Johannes 3,8

Das Abendmahl war für die Jünger nicht eine Gedenkfeier des Todes, sondern das Fest der Auferstehung. Sie brachen das Brot mit viel Freude, im Wissen, dass ein endloses Leben begonnen hatte.

Das Evangelium handelt nicht davon, zu sterben, um in den Himmel zu kommen, sondern davon, jetzt von der Auferstehung aus zu leben.

Mit einer hebräischen Weltanschauung im ersten Jahrhundert, wurde die Auferstehung als ein eschatologisches Versprechen verstanden. Die Auferstehung Jesu zu verkündigen, bedeutete, dass der Messias ein neues Zeitalter, eine neue Schöpfung und eine neue Menschheit eingeleitet hatte. Die Apostel lehrten die Gläubigen, nicht auf die Auferstehung zu warten. Sie lehrten, dass diejenigen, die in Christus sind, bereits auferstanden sind. (Epheser 2,6).

Die Auferstehung ist unser Ausgangspunkt und nicht unsere zukünftige Hoffnung. Der Glaube, dass der Tod ein notwendiges Tor zum Himmel ist, wurzelt nicht in der Schrift, sondern im griechischen Dualismus – nicht im hebräischen Denken. Für Paulus ist der Tod der letzte Feind (1. Korinther 15,26), und kein willkommener Freund. In Jesus’ Auferstehung wurde der Tod nicht nur überwunden – er wurde abgeschafft (2. Timotheus 1,10). In jüdischer juristischer Hinsicht bedeutet dies, dass der Tod kein Recht mehr hatte zu handeln – er wurde seiner Autorität beraubt. In der Denkweise des ersten Jahrhunderts war die Auferstehung des Messias mehr als nur ein Beweis für das ewige Leben. Sie war ein rechtlicher Beweis dafür, dass der Tod keinen Einfluss mehr auf den Menschen hatte. Christi Auferstehung schrieb die Realität neu.

Die Entrückung - die große Täuschung und Ablenkung

Die moderne Entrückungslehre lehrt die Christen, mit einer Flucht aus dieser Welt zu rechnen. Doch im ersten Jahrhundert war die Hoffnung durch den Messias nicht Evakuierung, sondern Thronbesteigung. Die Christen erwarteten, mit dem Messias zusammen auf der Erde zu herrschen (wiederherzustellen), und nicht, sie aufzugeben.

Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden. (Offenbarung 5,10)

1. Thessalonischer 4,17 beschreibt keine Abreise. Der Schwerpunkt des Textes spricht von der Auferstehung und dem Kommen des Messias zum Gericht, wie wir schon gesehen haben. Es handelt von einem hebräischen Sprachgebrauch, indem man einem König entging, um ihn zu empfangen und mit ihm in Ruhm zurückzukehren (Kolosser 2,15). Die falsche Entrückungserzählung hat den Sinn, den Zweck der Gemeinde auf dieser Erde entstellt und sie ihrer bevollmächtigenden Verantwortung und Macht beraubt.

Das Ziel, das Gott von Anfang an mit unserer Erde und Welt verfolgt, ist, dass sein Königreich der Liebe, Freude und Frieden auf dieser Erde etabliert wird. Alle Menschen sollen seine Herrlichkeit erkennen und erleben.

Wie das Wasser die Meere füllt, so wird die Erde einmal erfüllt sein von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN. Habakuk 2,14

Wir müssen uns die Frage stellen: Wie kann dies geschehen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir noch einen intensiven Blick auf das Evangelium werfen.

Das Evangelium ist eine ganzheitliche kosmologische Erlösung

Als Erstes muss uns klar sein, dass Gott diese Erde für die Ewigkeit geschaffen hat. Er hatte und hat niemals vor, diese Erde zu vernichten, sondern wie den Menschen auch die Erde in ihrem ursprünglichen, heilen Zustand wiederherzustellen.

Generationen kommen und gehen, nur die Erde bleibt für alle Zeiten bestehen! Prediger 4,1

Er hat die Erde gegründet auf ihre Grundfesten. Sie wird nicht wanken immer und ewig. Psalm 104, 5

Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat – auf Hoffnung hin, dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Römer 8,20-21

Denn so hat Gott die Welt (Kosmos, nicht nur den Menschen) geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Johannes 3,16

Ein unendliches Zeitalter
Die jüdische Weltanschauung des ersten Jahrhunderts verstand die Geschichte als sich in zwei Zeitaltern entfaltend: Sie leben in einem gegenwärtigen, gefallenen, bösen Zeitalter (gekennzeichnet durch Sünde, Tod und die Knechtschaft durch Religion) und in dem kommenden Zeitalter, geprägt von Gerechtigkeit, göttlichem Leben und der Herrschaft des Messias. Die frühe Kirche verkündete, dass Jesus’ Auferstehung die Trennlinie zwischen den beiden Zeitaltern sei. Das alte Zeitalter endete am Kreuz, und das neue begann am leeren Grab. Es war ein durch den alten und neuen Bund bestimmter, endzeitlicher Übergang. Die Auferstehung Jesu erfüllte das Gesetz und beendete das Zeitalter Adams, und es begann das unendliche Zeitalter des Geistes. Durch die Auferstehung führte Christus uns in eine ewige Wirklichkeit, die nur im Geist zugänglich ist. Das Reich Gottes ist eine gegenwärtige spirituelle Realität. Im endlosen Zeitalter zu leben, bedeutet, hier und jetzt die sichtbare Verkörperung von Gottes ewiger Herrschaft zu sein.

Die Auferstehung Jesus markierte das Ende des Alters und den Beginn einer endlosen, unvergänglichen neuen Schöpfung. Wiederherstellung und umfassende Erlösung des Menschen und des Kosmos.

Manuel