Beweise, Beweise, Beweise

11. Januar 26/Teil 11

Zwischenstopp:

In den vorangegangenen Blogs habe ich viele Sichtweisen infrage gestellt und tragfähige biblische Alternativen angeboten. An dieser Stelle zeige ich ein paar Bibelstellen auf, die meine alternative Sichtweise unterstützen. Ich werde sie nur aufzeigen und kurz kommentieren. Ein vertieftes Verständnis der angesprochenen Themen kann ich nur in den Blogs geben, die noch folgen werden.

Das Reich Gottes gegenwärtig:

Darauf erwiderte Jesus: »Ich versichere dir, Nikodemus: Wer nicht neu[1] geboren wird, kann Gottes Reich nicht sehen und erleben.« (Johannes 3,3, Hoffnung für alle)

Jesus antwortete ihm: »Ich sage dir ganz klar und deutlich: Nur wenn ein Mensch noch einmal geboren wird, und zwar aus der Kraft, die von oben kommt, kann er Gottes Herrschaftsbereich, seine neue Wirklichkeit überhaupt wahrnehmen!« (Johannes 3,3, das Buch)

man wird auch nicht sagen: Siehe hier! Oder: Da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch. (Lukas 17,21, Luther 1912)

Niemand wird sagen können: ›Hier ist es!‹ oder ›Dort ist es!‹ Denn Gottes Reich ist schon jetzt da – mitten unter euch.« (Lukas 17,21, Hoffnung für alle)

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. (Römer 14,17, Luther 2017)

Denn Gottes neue Wirklichkeit hat ihren Bestand nicht in bestimmtem Essen oder Trinken, sondern in Gerechtigkeit und Frieden und Freude, die durch den heiligen Gottesgeist ermöglicht werden. (Römer 14,17, das Buch)

Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe (Kolosser 1,13, Schlachter 2000).

Denn er hat uns aus der Gewalt der Finsternis befreit und hat uns in das Reich versetzt, in dem sein geliebter Sohn regiert. (Kolosser 1,13, Neue Genfer Übersetzung)

Wie zuvor erwähnt, was das Reich Gottes ist wird noch aufgezeigt. Mit diesen Bibelstellen mache ich deutlich, dass das Reich Gottes schon gegenwärtig ist. Vielen Christen geht es durch falsche Lehre, so wie der jüdischen Bevölkerung damals. Sie haben aus dem Alten Testament, bei den Propheten erkannt, dass ein königlicher Messias kommen sollte, übersahen jedoch, dass das Alte Testament auch einen leidenden Messias beschrieb. Dies war und ist einer der Gründe, warum damals sein Volk Jesus abgelehnt hat. Christen machen also denselben Fehler, wenn sie das Reich Gottes in die Zukunft verschieben. Verantwortlich für diese falsche Vorstellung ist der Dispensationalismus, der behauptet: Weil Israel ihren König verworfen hat, hat sich das Reich Gottes in die Zukunft verschoben, bis die Juden Jesus als ihren Messias annehmen. Es genügt ein Bibeltext, um aufzuzeigen, dass diese Sichtweise nicht stimmen kann.

Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt. (Matthäus 21,43, Luther 2017)

Darum sage ich euch: Das Vorrecht, Gottes Volk unter Gottes Herrschaft zu sein, wird euch entzogen. Es wird einem Volk gegeben, das tut, was dieser Berufung entspricht. (Matthäus 21,43, Gute Nachricht Bibel 2018)

Die obigen Bibelstellen zeigen uns, dass jeder von oben geborene Christ, das Reich Gottes sehen kann. Dass wir versetzt worden sind in das Reich seines Sohnes, und an die christliche Gemeinde in Rom schreibt Paulus, dass das Reich Gottes in Gerechtigkeit, Frieden und Freude besteht.

Findest du nicht auch, dass sich das ziemlich gegenwärtig anhört?

Es gibt jedoch noch einen Bibeltext, der hauptsächlich daran schuld ist, dass Christen dazu neigen, das Reich Gottes in die Zukunft zu verschieben. Werfen wir einen kurzen Blick darauf.

4–6 Denn es ist unmöglich, Menschen, die Gott einmal mit seinem Licht erfüllt hat und die ihm dann den Rücken kehren, dahin zu bringen, dass sie sich Gott wieder zuwenden. Sie haben doch schon die Gaben des Himmels gekostet und den Heiligen Geist empfangen. Sie haben erfahren, wie zuverlässig Gottes Wort ist, und haben schon die Kräfte der kommenden Welt gespürt. Und dann haben sie trotzdem Gott den Rücken gekehrt und haben damit den Sohn Gottes noch einmal ans Kreuz genagelt, sich selbst zum Gericht, und ihn öffentlich zum Gespött gemacht. (Hebräer 6,4–6, Gute Nachricht Bibel)

Dieser Text wird im traditionellen christlichen Mainstream folgend ausgelegt. Menschen, die mal Christen waren oder die (angeblich) gute Nachricht gehört und sich von Gott bewusst abgewendet haben, werden keine weitere Möglichkeit haben, zu Gott umzukehren. Denn sie haben die Kraft des kommenden Reiches Gottes erfahren und trotzdem Gott den Rücken gekehrt.

Mit diesem Text wird auch eine theologische Sichtweise begründet: Gottes Reich ist schon da und bis jetzt nicht!

Nach alldem, was wir schon besprochen haben, müsstest du intuitiv feststellen, dass diese Auslegung nicht stimmen kann. Wir fragen wieder nach dem Hörerbezug. An wen ist dieser Brief geschrieben? An Juden und jüdische Christen. Was ist das Hauptthema des Hebräerbriefes? Er zeigt auf, dass Jesus viel größer als alle Propheten und Engel usw. ist und sein Werk alles vollendet hat. Er zeigt auf, dass der alte Bund durch Jesus beendet wurde und der neue eingeführt wird.

Mit dieser Hintergrundinformation muss man den Text folgend lesen und auslegen. Der Begriff „Welt“ ist von den Übersetzern wieder aufgrund ihrer eigenen Theologie falsch gewählt worden.

Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet waren und geschmeckt haben die himmlische Gabe, und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Wunderwerke des zukünftigen Zeitalters … (https://www.bibelkommentare.de/bibel/elb_bk/hebraeer/6)

In Wirklichkeit muss mit „Zeitalter“ übersetzt werden. Deshalb muss der Text so ausgelegt werden. Es geht darum, wo diese Menschen die Ewigkeit verbringen werden. Der Autor des Hebräerbriefes lädt seine jüdische Volksgruppe ein, an Jesus zu glauben. Denn sie haben zu ihren Lebzeiten erlebt, wie Menschen vollständige Vergebung und Befreiung von der Macht der Sünde, Heilungen usw. erfahren haben, dass das zukünftige Zeitalter des neuen Bundes, das Reich Gottes, da ist. Aber aus Angst vor Verfolgung durch ihre jüdischen Volksgenossen haben sie die Offenbarung abgelehnt und Gott den Rücken gekehrt.

Es ist schon krass, wie falsch versandende und ausgelegte Bibeltexte uns Angst machen können und uns die Möglichkeiten rauben, als Christen in dem zu leben, was Gott uns durch Jesus Christus am Kreuz teuer erkauft hat. Und das geschieht alles nur, weil man den Kontext, den Hörerbezug, nicht beachtet und dazu noch seine Theologie in den Text einträgt.

Manuel