Das vollendete Werk am Kreuz /Teil 3
Wovor hat Gott uns gerettet? Wie wir gesehen haben, deuten die meisten Christen die Rettung vor der Hölle, den göttlichen Zorn oder die ewige Strafe. Diese Antworten missverstehen sowohl die Natur Gottes, als auch den Zweck der Erlösung. Gott behandelt keine Symptome, sondern die Wurzel.
Solange wir nicht verstehen, was das eigentliche Problem ist, werden wir weiterhin den Zustand der Menschheit falsch diagnostizieren. Die gängige Erzählung konzentriert sich nur auf sündige Verhaltensänderung. Aber das sind nur Symptome einer tieferen Krankheit.
Die wahre Wurzel ist Identitätslosigkeit
Unsere Sünde (Einzahl) ist nicht, dass wir Gesetze gebrochen haben, sondern dass wir die Lüge geglaubt haben, dass wir von Gott getrennt sind, der uns in Liebe geschaffen hat.
Die Bibel definiert die Sünde als „das Ziel verfehlen“, Dabei geht es nicht um ein perfektes moralisches Verhalten – es ist Teilnahme am göttlichen Leben. Adam und Eva hatten nicht vom Baum des Lebens gegessen, wie es schon immer beabsichtigt war. Darin besteht die Sünde.
Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit Gottes. Römer 3,23
Erlösung bedeutet deshalb nicht, schlechte Menschen dazu zu bringen, sich zu benehmen. Es geht darum, an der Herrlichkeit teilzunehmen, für die wir Menschen bestimmt waren. Es geht um die Vereinigung mit Gott. Nicht darum, dich vor der Hölle zu bewahren, oder dich in den Himmel zu bekommen, sondern der Himmel selbst, Gott selbst. Das Leben Gottes in dich hineinzubekommen. Er hat uns vor der Entfremdung gerettet und nicht vor seinem Zorn.
Und mit euch, die ihr einst durch böse Werke entfremdet und in eurem Geist feindlich wart (gegen Gott eingestellt), hat er sich versöhnt. Kolosser 1,21
Das eigentliche Problem war nicht der Zorn Gottes gegenüber der Menschheit, sondern die Unfähigkeit der Menschheit, Gottes ewige Liebe zu erkennen. Wie ging Gott mit dieser Wurzel um?
Aber Gott zeigt uns seine eigene Liebe, denn als wir noch Sünder waren, starb Christus für uns (Römer 5,8)
Jesus ist nicht gestorben, um Gottes Meinung über uns zu ändern – er ist gestorben, um unsere Meinung über Gott zu ändern. Sein Tod am Kreuz war die klarste Erklärung einer Liebe, die keinen Anfang und kein Ende hat.
Am Kreuz nahm Jesus unseren Hass und unsere Ablehnung und reagierte mit vollkommener bedingungsloser Liebe.
"Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"
Denn die Bibel lehrt eindeutig und klar, wer Jesus ans Kreuz gebracht hat. Es war nicht der Zorn Gottes auf uns, sondern die bedingungslose Liebe Gottes.
Der Menschensohn muss den gottlosen Menschen ausgeliefert werden. Sie werden ihn kreuzigen, aber am dritten Tag wird er von den Toten auferstehen. Lukas 24,7
Aber sie schrien nur noch lauter: »Ans Kreuz! Ans Kreuz mit ihm!« Lukas 23,21
Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr überantwortet und verleugnet habt vor Pilatus, als dieser ihn freisprechen wollte. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und darum gebeten, dass man euch den Mörder schenke, aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den Toten; dessen sind wir Zeugen. Apostelgeschichte 3,13-15
Er lebte in seiner bedingungslosen Liebe das, was er zu Lebzeiten gelehrt hat. Liebe eure Feinde. Tut wohl denen, die euch hassen. Überwindet das Böse mit dem Guten.
Um es krass auszudrücken, sagte Gott durch die Tat am Kreuz: „Ihr könnt mich totschlagen, ich werde aber nicht aufhören, euch zu lieben.“
Er wurde zu dem, was wir dachten, was wir durch den Fall sind, abgelehnt, verflucht, verurteilt, um uns zu zeigen, was wir wirklich sind: akzeptiert, geliebt und heilig.
Das Evangelium ist keine Bedrohung, sondern ein Liebesbrief
Erlösung basiert nicht auf Angst. Es ist die Umarmung des Vaters, wie beim verlorenen Sohn. Genau davor hat Gott uns gerettet: vor dem Fehlen und Nicht-Erkennen seiner bedingungslosen Liebe. Von fehlender Einheit mit dem Vater und von dem Fehlen des gemeinsamen göttlichen Lebens.
Manuel