Das vollendete Werk am Kreuz/Teil 5
Was ist also wirklich am Kreuz passiert? Für viele wurde die Antwort durch die Lehre der stellvertretenden Bestrafung gefiltert. Die Vorstellung, dass Gottes Gerechtigkeit Strafe verlangte und Jesus an unserer Stelle stand, um den Zorn Gottes zu empfangen, der für uns bestimmt war. Aber das Kreuz war keine göttliche Rache. Es war göttliche Verletzlichkeit, wie wir bis jetzt gesehen haben. Es war die Offenbarung der Liebe, die so unerbittlich ist, dass sie bereit war, von denen, die sie retten wollte, durchbohrt zu werden.
Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Johannes 15,13
Jesus’ Tod war keine Bezahlung, es war die schmerzhafteste Verkündigung. Das Kreuz verkündigte die ewige, bedingungslose Liebe des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, der gesamten Schöpfung. Jesus überwindet das Böse mit dem Guten. Seine Liebe am Kreuz absorbierte unseren Hass.
4 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. 5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Jesaja 53,4-5
Beachte: Der Text sagt nicht, dass Gott ihn geplagt und geschlagen hat. Sondern wegen unseres verdrehten Denkens hielten wir ihn, wie auch heute noch durch die Lehre der stellvertretenden Strafe, für von Gott geschlagen, obwohl es die Menschheit war, die ihn ans Kreuz brachte. Es war wegen unserer Missetat und unserer Sünde willen. Aufgrund unseres Zorns, unserer Angst und Scham, die wir auf ihn projizierten, weil wir dachten, er lehnt uns ab und empfindet Zorn uns gegenüber.
Aber Jesus hat nie zurückgeschlagen, sondern rief aus: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."
Das ist kein Gott, der Blut oder Opfer verlangt. Das ist ein Gott, der selbst im Moment des schmerzhaften Todes der Kreuzigung bedingungslose Liebe zeigt.
Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst. Deshalb kann es die, die opfern, niemals vollkommen machen durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, welche man immer wieder darbringt. 2 Hätte nicht sonst das Opfern aufgehört, wenn die, die Gott dienen, ein für alle Mal rein geworden wären und kein von Sünden beschwertes Gewissen mehr hätten? 3. Vielmehr geschieht durch die Opfer alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden. 4 Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen. 5 Darum spricht er[1], wenn er in die Welt kommt: »Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet. 6 Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. 7 Da sprach ich: »Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, dass ich tue, Gott, deinen Willen.« 8 Zuerst hatte er gesagt: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt und sie gefallen dir nicht«, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden. 9 Dann aber sprach er: »Siehe, ich komme, deinen Willen zu tun.« Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. 10 Nach diesem Willen sind wir ein für alle Mal geheiligt durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. 11 Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können. 12 Dieser aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht, das ewiglich gilt, und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt 13 und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel unter seine Füße gelegt werden. 14 Denn mit einem einzigen Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. Hebräer 10,1-14
Das Opfer, das Blut war für uns, nicht für Gott. Es war wegen unseres gebrochenen Gewissens notwendig. Es ist ein schlechtes Gewissen aus Angst, Scham und Schuld, das uns glauben lässt, dass Gott zornig ist und ein blutiges Opfer braucht, um uns vergeben zu können.
Jesus’ Tod und Auferstehung beendeten dieses System endgültig, indem er den besseren Bund brach, der nicht mehr auf rituellem Opfer beruht, sondern auf offenbarter Liebe. Jesus’ Tod war also kein Opfer göttlicher Strafe.
Eine deutlichere Demonstration seiner bedingungslosen Liebe kann es niemals geben!
Ein Beweis, dass seine Liebe zu uns tiefer geht, als unser Hass und unsere Schuld. Am Kreuz sehen wir nicht den Zorn Gottes auf die Menschen, sondern wir sehen den Zorn des Menschen gegen Gott und seine nicht vergeltende Liebe. Eine Liebe, die sich niederlegt, wenn sie mit Verrat und Ablehnung konfrontiert wird.
Gott hält uns durch seine Liebe am Kreuz für immer in seinen liebenden, ausgebreiteten Armen, bis unser ganzer Hass und falscher Gottesglaube dahinschmilzt und nur noch reine Liebe übrig bleiben wird. Das ist es, was am Kreuz vorgefallen ist.
Ich liebe dich, das hat er nicht mit Tinte, sondern mit seinem eigenen Blut geschrieben.
Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1. Johannes 4,18
Manuel