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Das vollendete Werk am Kreuz/Teil 7

Wie würdest du, nachdem was du bis jetzt alles gelesen hast, die Frage beantworten: "War das Kreuz für Gott oder für uns?"

Wie dir sicherlich bekannt ist, lehrt das Mainstream-Christentum, dass das Kreuz Gottes Lösung für sein eigenes Problem war. Seine Heiligkeit, die durch Sünde verletzt wurde, deshalb musste Jesus an unserer Stelle sterben, um seinen Zorn zu besänftigen. Diese Vorstellung zeichnet ein Bild von einem Vater, der nicht vergeben kann, es sei denn, es fließt Blut.

Aber was sagt die Schrift?

Denn Gott war in Christus und versöhnte so die Welt mit sich selbst und rechnete den Menschen ihre Sünden nicht mehr an. Das ist die herrliche Botschaft der Versöhnung, die er uns anvertraut hat, damit wir sie anderen verkünden. (2. Korinther 5,19)

Diese Schriftstelle besagt, dass Gott die Versöhnung in die Wege geleitet hat und den Menschen ihre Sünden nicht anrechnet.

Tatsächlich hat die Vorstellung, dass der Vater sein Gesicht von Jesus am Kreuz abgewandt hat, durch die Aussage in 2. Korinther 2,19: „Denn Gott war in Christus“ keine biblische Grundlage

Jesus’ Ruf am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46) ist ein Zitat aus Psalm 22. Eine prophetische Klage, die nicht im Verlassen sein, sondern in der Rechtfertigung endet. Jesus verkündigte mit diesem Psalm nicht seine Ablehnung vom Vater, sondern offenbarte unsere eigene Illusion der Verlassenheit, trat vollends in unseren gefallenen Zustand ein und wies auf die Lösung hin.

Er drang in das alttestamentliche Opfersystem ein, um es zu beenden.

5 Darum spricht er[1], wenn er in die Welt kommt: »Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet. 6 Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. 7 Da sprach ich: »Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, dass ich tue, Gott, deinen Willen.« 8 Zuerst hatte er gesagt: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt und sie gefallen dir nicht«, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden. 9 Dann aber sprach er: »Siehe, ich komme, deinen Willen.« Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. 10 Nach diesem Willen sind wir ein für alle Mal geheiligt durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Hebräer 10,5–10

Jesus kam nicht, um Gottes Bedürfnis nach Blut zu erfüllen. Er kam, um unser Bedürfnis nach Gewissheit zu erfüllen, dass wir bedingungslos von Gott geliebt sind.

Was ist das Kreuz für Gott? Nein. Es war für uns. Um die bedingungslose Liebe zu offenbaren.

Das Kreuz war Gottes drastisches Mittel, um uns zu überzeugen, dass nichts, aber auch gar nichts, uns von seiner Liebe trennen kann.

Und wären wir hoch über dem Himmel oder befänden wir uns in den tiefsten Tiefen des Ozeans[1], nichts und niemand in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die in Christus Jesus, unserem Herrn, erschienen ist. Römer 8,39

Eins der tiefgreifenden Missverständnisse in der christlichen Theologie ist, Gottes Liebe als bedingt, selten oder abhängig von unserer Leistung zu betrachten. Viele kommen zu Gott und gehen davon aus, dass seine Liebe die Ausnahme von seiner Gerechtigkeit wäre und nicht deren Grundlage.

Doch die Schrift offenbart radikal: Gottes Liebe ist der absolute Maßstab und nicht die Ausnahme. Liebe ist nicht nur eine Eigenschaft unter vielen von Gottes Wesen, sie ist das eigentliche Wesen von Gottes Sein. Deshalb ist das Kreuz der Überfluss von Gottes unveränderlicher Liebe. Jesus verkörperte diese Wahrheit vollkommen am Kreuz und mit seinem Leben. In seinem gesamten Dienst zeigte er, dass Liebe nicht den Gerechten vorbehalten ist, sondern den Gebrochenen, den Ausgestoßenen und Sündern. Gottes Liebe als weniger als die Norm zu sehen, bedeutet, das Heil selbst missverstehen.

Das Evangelium handelt von einem Gott, der gerne vergibt, dessen Grundhaltung Gnade, Barmherzigkeit und Wiederherstellung ist.

Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Römer 5,8

Diese Wahrheit widerlegt den Mythos, dass Gottes Liebe verdient werden muss. Wir werden nicht durch Werke gerettet, sondern durch seine unverdiente Gnade. Das Heil ist ein freigegebenes Geschenk, weil Gottes Herz bedingungslose Liebe ist.

Manuel