Auswirkungen auf die gemeindliche Lebenspraxis
5. Januar 26/ Teil 5
Es müsste jedem Christen klar sein, dass man als Christ nicht zu einer Gemeinde gehören kann, die ein falsches Evangelium verkündigt. Der eigene Glauben würde dadurch Schaden nehmen und das Miteinander in solchen Gemeinden kann niemals aufgrund dieser Vermischung von Annahme, gegenseitiger Wertschätzung und beziehungsloser Liebe geprägt sein.
Meistens sieht die Lebenspraxis von einer Gemeinde mit einer vermischten Botschaft folgendermaßen aus:
Die Gemeindemitglieder werden immer aufgefordert, etwas zu tun.
Du musst etwas tun, um gerettet zu bleiben. Du musst etwas tun, um heilig zu werden oder dir den Segen Gottes zu verdienen.
Die Gemeindemitglieder sind sich nicht sicher, ob Gott sie mag
Aufgrund der gemischten Botschaft haben sie eine Sicht auf Gott, der zwar einerseits Liebe sein soll, aber andererseits zornig und strafend. Aus diesem Grund können sie Gott nicht als ihren liebenden Vater vertrauen.
Die Gemeindemitglieder sind sich ihrer Sünde bewusst.
Sie empfinden eine unbewusste Angst und Scham vor Gott und fühlen sich in seiner Gegenwart nicht angenommen und geliebt.
Die Gemeindemitglieder sind gesetzlich
Sie denken, das Gesetz zeigt ihnen, wie sie Gott gefallen können und die Sünde zu überwinden. Man wird dazu angehalten, Regeln und Gesetze, die Gott unter dem Neuen Bund schon lange beseitigt hat, zu halten.
Lebenspraxis von einer Gemeinde unter der Gnade:
Die Gemeindeglieder werden von ihren Brüdern und Schwestern bedingungslos angenommen
Da es für Christen unter der Gnade keinen Soll gibt, das ein Gemeindemitglied erfüllen muss, können sie sich ohne Erwartungen und offen begegnen.
Die Gemeindeglieder wissen, dass Gott sie bedingungslos liebt.
Sie kennen den Gott der Liebe aus ihrer persönlichen Begegnung mit ihm. Sie fühlen sich von ihm angenommen, bestätigt und geliebt. Auch wenn sie schwierige Lebensumstände erleben, können sie ihrem Vater vertrauen, denn sie wissen, dass er nur reine Liebe ist.
Die Gemeindeglieder sind sich ihrer Gerechtigkeit bewusst.
Sie empfinden innerlich keine Angst und Scham mehr vor Gott. Sie gehen mit gutem Gewissen, im Bewusstsein ihrer geschenkten Gerechtigkeit, mit voller Freude in seine Gegenwart.
Die Gemeindeglieder leben die Freiheit in Christus aus
Die Gemeindeglieder wissen, dass alles in ihrem Leben ein Geschenk ist. Das ist allein aus Gnade und Glauben gerettet sind. Dass es allein die Gnade und der Glaube bewirken, dass sie die Macht haben, die Sünde zu überwinden. Es herrscht eine Kultur der gegenseitigen Annahme, Wertschätzung und des Respekts. Sie sind lernbereit und offen, um andere Ansichten in Ruhe anzuhören und zu prüfen. Sie schätzen es, wenn sie merken, dass Gott ihnen neue Offenbarungen aus seinem Wort zukommen lässt und sie weiter in die Erkenntnis der Wahrheit führt. Ihr Miteinander ist familiär, wo man sich gegenseitig und Gott leidenschaftlich liebt.
Wir sehen, dass sich eine ungesunde und falsche Weltanschauung (Theologie/Gottesbild) extrem negativ auf das Denken, Fühlen und Verhalten der Menschen bzw. Christen auswirkt. Aufgrund dieses offensichtlichen Zusammenhangs bin ich immer wieder verwundert, dass Christen davon ausgehen, dass sie keine Theologie benötigen würden. Denn mit dieser Ansicht liegen sie völlig falsch. Die Frage ist nicht, ob sie Theologie wertschätzen oder nicht, denn jeder Mensch bzw. Christ hat schon seine Theologie, wie wir gesehen haben.
Die Frage ist, ob es eine gesunde Theologie ist oder nicht, denn eine gesunde Theologie bewirkt eine gesunde Praxis.