Das vollendete Werk am Kreuz

17. Januar 26/Teil 14a

Ich hoffe, du bist so mutig und wissbegierig, dass du bis jetzt dabei geblieben bist. Ich bitte dich, daran zu denken, dass alles, was ich schreibe, ein Ziel hat. Wir sollen den Gott der bedingungslosen Liebe kennen und lieben lernen. Es geht mir deshalb nicht um Besserwisserei, sondern schlicht darum, Lehren infrage zu stellen, die es verhindern, den Gott der bedingungslosen Liebe innig zu kennen.

Heute schreibe ich über ein Thema, bei dem Christen schnell dazu geneigt sein könnten, abzuwinken und zu erklären, dass sie bereits wissen, warum Jesus am Kreuz gestorben ist. Damit dies mit dir nicht geschieht, lass mich dir fünf Fragen stellen.

  1. Mit welcher Motivation werden Menschen Christen, wenn man ihnen sagt: Du musst an Jesus glauben, sonst kommst du in die Hölle? Ist es Angst oder Liebe?
  2. In der Geschichte vom verlorenen Sohn wird Gott von Jesus als liebender Vater dargestellt. Warum liegt bei der traditionellen Verkündigung der Schwerpunkt auf Gott als gerechten Richter?
  3. Ist dir bewusst, dass es 7 verschiedene Theorien im Christentum gibt, um zu erklären, was am Kreuz geschah?
  4. Ist dir bekannt, dass die Theorie der stellvertretenden Bestrafung erst 1000 Jahre nach Christus entstanden ist, woran das heutige Mainstream-Christentum unhinterfragt glaubt?
  5. Weißt du, dass heidnische Gottheiten ein Opfer verlangten, um ihren Zorn zu besänftigen?

Ich hoffe, mit diesen fünf Fragen, habe ich deine Aufmerksamkeit, um einen intensiven Blick darauf zu werfen, was am Kreuz geschah.

Das Missverständnis der Erlösung

Das Mainstream-Christentum geht davon aus, dass Erlösung bedeutet, der Hölle zu entkommen und sich einen Platz im Himmel zu sichern. Aber was ist, wenn das eine Verzerrung ist? Was, wenn das Heil kein Ticket zu einem zukünftigen Ziel ist, sondern eine Wiederherstellung der Vereinigung mit Gott? Bis jetzt ist die Botschaft der Erlösung von Angst geprägt – Angst vor Gericht, Angst vor Strafe, Angst vor der ewige Trennung von Gott.

Sieht so das wahre Evangelium aus?

Die stellvertretende Bestrafung lehrt, dass Gott über die Menschen zornig ist, weil sie gegen Seine Regeln verstoßen haben, und dass Er als gerechte Strafe den Tod des Übertreters fordert. Doch an dieser Stelle springt Jesus, Gottes Sohn, unser älterer Bruder, ein und erleidet den Todesstoß von Gott. Nur dadurch kann uns der gerechte und heilige Gott vergeben und uns freilassen. Mit diesem Verständnis, heißt die angebliche gute Botschaft des Evangeliums. „Wenn ihr nicht akzeptiert, dass ich Jesus an eurer Stelle getötet habe, werde ich Meinen ursprünglichen Plan, euch zu töten, in die Tat umsetzen!“ Ihr werdet alle in die Hölle kommen. Folglich wird dann der stellvertretende Tod Christi zurückgezogen und nicht dem Sünder gutgeschrieben.

Ist Christus wirklich auf diese Erde gekommen und gestorben, um uns vor unserem himmlischen Vater zu schützen und zu retten? Eine solche Theologie führt dazu, dass Männer und Frauen sich aus Angst Gott zuwenden und nicht seine bedingungslose Liebe erkennen können.

Aber dieses Modell verfehlt den Kern des Evangeliums. Die Wahrheit ist: Es geht nicht darum, einen zornigen Gott zu besänftigen. Werfen wir einen neuen und intensiven Blick auf das Evangelium.

Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Johannes 4,16

Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat. 1. Johannes 4,19

Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde opfert. Johannes 15,13

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Römer 5,8

Diese Schriftstellen klären darüber auf, dass das Evangelium durch die Linse der Liebe gesehen werden muss. Ich glaube, es geht darum, die Realität zu erkennen, dass Gott nie gegen uns war. Jesus ist nicht gekommen, um Gott davon zu überzeugen, uns zu lieben – er kam, um uns davon zu überzeugen, dass Gott es immer getan hat. Wahre Erlösung beginnt nicht mit Angst, sondern mit Liebe.

Um das zu verstehen, müssen Missverständnisse bezüglich des Zornes Gottes, der Gerechtigkeit Gottes und des Kreuzestodes Jesu, beseitigt werden.

Was ist der Zorn Gottes nach dem christlichen Mainstream?

Wie beantwortet der christliche Mainstream die Frage nach dem Zorn Gottes? Er deutet es als Gottes Empörung über das ihm angetane Unrecht. Es richtet denjenigen, der die Tat begangen hat, und sein Zorn ist mit Strafe verbunden, als Folge des Unrechtes gegen Gott. Der Täter muss bestraft werden. Aber was lehrt die Bibel selbst zum Zorn Gottes? Als Erstes muss darauf hingewiesen werden, dass es keine Bibelstelle im Neuen Testament gibt, die davon spricht, dass Jesus am Kreuz, als unser Stellvertreter, Gottes Zorn erfahren hat.

Aber was lehrt die Bibel selbst zum Zorn Gottes?

Als erstes muss darauf hingewiesen werden, dass es keine Bibelstelle im Neuen Testament gibt, die davon spricht das Jesus am Kreuz, als unser Stellvertreter, Gottes Zorn erfahren hat.

Es gibt ein gutes Beispiel von Paulus im Römerbrief wie Gottes Zorn zu verstehen ist.

Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Leben und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt, an seinen Werken ersehen. Darum haben sie keine Entschuldigung. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Die sich für Weise hielten, sind zu Narren geworden
und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.
Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass sie ihre Leiber selbst entehren. Sie haben Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen. Römer 1,18-25


Gottes Zorn wird hier so definiert, dass Gott die Menschen dahingibt oder übergibt. Gott gibt den Menschen die Freiheit, sich von Ihm zu trennen. Gottes Zorn wird also nicht als eine aktive Handlung beschrieben, um jemanden zu bestrafen, sondern er lässt den Menschen seinen eigenen verkehrten Weg gehen.

Der Zorn Gottes wird verstanden als 
göttliche Zustimmung zu unserem eigenen selbstzerstörerischen Widerstand

Biblisches Heilungsmodell – Gott ist traurig über die sündigen Handlungen des Menschen. Weil sie ihm selbst und anderen Schaden zufügen. Aber er respektiert die Entscheidungsfreiheit des Menschen, indem er den Menschen erlaubt, ihre Wünsche zu haben und so zu leben, wie sie wollen. Bei Gottes Zorn geht es darum, den Menschen die Konsequenzen seiner schädlichen Entscheidungen erfahren zu lassen.

Manuel