Ich weiß, dass du zu diesem Thema sicherlich noch viele Fragen hast, spricht doch unsere ganze gegenwärtige Lebenserfahrung dagegen. Manche denken vielleicht auch, das Wort Gottes und das Leben der ersten Christen würden gegen diese Wahrheit sprechen. Um unsere Zweifel auszuräumen, müssen wir die feinen Nuancen und die geistlichen Unterschiede bei den ersten Christen wahrnehmen.
Unsere Erfahrung
In dieser Frage, muss uns klar sein, dass nicht unsere gegenwärtige Erfahrung der Maßstab dafür sein darf, was für uns Menschen möglich ist, oder nicht. Der Maßstab ist für einen Christen allein das Wort Gottes.
Für mich ist die Beantwortung dieser Frage, deshalb relevant, weil es mir ein Anliegen ist, dass wir als Christen alles erleben sollen, was Jesus für uns teuer erkauft hat, und die gesamte Schöpfung auf die Offenbarung der unsterblichen Söhne Gottes wartet, damit sie aus der Vergänglichkeit befreit und alles wiederhergestellt wird, was durch den Sündenfall verloren gegangen ist.
Auf diesem Weg, waren die damaligen Christen mehr oder weniger auf dem Weg.
Geistliche Reife
Meine lieben Kinder, um die ich jetzt wiederum Geburtsschmerzen leide, bis Christus (endlich) in euch Gestalt gewinnt. Galater 4,19
Und ich, Brüder und Schwestern, konnte nicht zu euch reden wie zu geistlichen Menschen, sondern wie zu fleischlichen, wie zu unmündigen Kindern in Christus. 1. Korinther 3,1
Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. Ich schreibe euch Vätern; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden. Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr habt den Vater erkannt. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden. Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 1. Johannes 2,12-17
Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle. Und er selbst gab den Heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Menschen, zum vollen Maß der Fülle Christi. Epheser 4, 9-13
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig von dem Brot isst oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn wer isst und trinkt und nicht bedenkt, welcher Leib es ist, der isst und trinkt sich selber zum Gericht (Urteil). Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und nicht wenige sind entschlafen. 1. Korinther 11,25-30
Diese zusammengestellten Bibelstellen machen deutlich, dass die damaligen Christen sehr unterschiedlich weit waren in ihrer geistlichen Reife und Erkenntnis der Wahrheit. Zudem lebten sie in einer Zeit extremer Verfolgung.
Paulus – der unsterbliche Märtyrer
Vergleichen wir dagegen den Lehrer der Unsterblichkeit und sein Wertegang.
Wie viele wissen, hatte der Apostel Paulus, als ehemaliger Verfolger der Christen, eine dramatische Bekehrung. Jesus Christus stellte sich ihm persönlich in Damaskus in den Weg. Die Begegnung war so spektakulär, dass Paulus vom Pferd fiel, erblindete und sofort Jesus als Herrn seines Lebens anerkannte. Nach einem Gebet eines Jüngers namens Ananias wurde der Apostel von seiner Blindheit geheilt und für seinen herausfordernden Dienst mit dem Heiligen Geist. Getauft. Ananias wurde zuvor offenbart, dass der Apostel Paulus einen sehr schweren geistlichen Dienst haben würde. Er wird aufgrund des befreienden Evangeliums und seiner unglaublichen Offenbarungen großem Widerstand begegnen. Vor allem vonseiten religiöser Juden.
Der Apostel wurde von allen Seiten bedrängt. Er wurde ausgepeitscht, fast oder eigentlich zu Tode gesteinigt, erlitt einen Schriftenbruch und wurde von einer giftigen Schlange gebissen. War permanent in Todesgefahr und wäre am Leben verzweifelt, wenn Gottes Gnade ihm nicht die Kraft dazu gegeben hätte.
Denn ich meine, Gott hat uns Apostel als die Allergeringsten hingestellt, wie zum Tode Verurteilte. Denn wir sind ein Schauspiel geworden der Welt und den Engeln und den Menschen. Wir sind Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr herrlich, wir aber verachtet. Bis auf diese Stunde leiden wir Hunger und Durst, sind nackt und werden geschlagen und haben keine sichere Stätte und mühen uns ab mit unsrer Hände Arbeit. Schmäht man uns, so segnen wir; verfolgt man uns, so dulden wir’s; verlästert man uns, so reden wir freundlich. Wir sind geworden wie der Abschaum der Menschheit, jedermanns Kehricht, bis heute. 1. Korinther 4,9-13
Erläuterung: Der Apostel Paulus zeigt auf, dass die Apostel eine ganz besondere Stelle im Heilsplan Gottes einnahmen. Deshalb können ihre Erfahrungen im Leben nicht als Maßstab für alle Christen aller Zeiten genommen werden.
Brüder und Schwestern, täglich sehe ich dem Tod ins Auge. Das ist die Wahrheit, so gewiss ihr durch Jesus Christus mein Ruhm seid vor Gott! 1. Korinther 15,31
Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. 2. Korinther 12,7-10
Denn wir wollen euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten; und wir dachten bei uns selbst, zum Tode verurteilt zu sein. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. 2. Korinther 1,8-10
Die Gefangenschaft des Paulus und die Verkündigung des Evangeliums
Ich lasse euch aber wissen, Brüder und Schwestern: Wie es um mich steht, das ist zur größeren Förderung des Evangeliums geschehen. Denn dass ich meine Fesseln für Christus trage, das ist im ganzen Präteritum und bei allen andern offenbar geworden, und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind umso kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu. Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige aber auch in guter Absicht: diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege; jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft. Was tut’s aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber. Aber ich werde mich auch weiterhin freuen; denn ich weiß, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi, wie ich sehnlich erwarte und hoffe, dass ich in keinem Stück zuschanden werde, sondern dass frei und offen, wie allezeit so auch jetzt, Christus verherrlicht werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Wenn ich aber weiterleben soll im Fleisch, so dient mir das dazu, mehr Frucht zu schaffen; und so weiß ich nicht, was ich wählen soll. Denn es setzt mir beides hart zu: Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen. Philipper 1,12-24
Erläuterung: Der Apostel Paulus steht für sich vor der schwierigen Entscheidung, was er wählen soll. Soll er körperlich sterben und bei Gott sein oder soll er weiterleben, um anderen Christen dienen zu können? Auf diese Art kann nur ein Mensch reden, der wie Jesus in der Wirklichkeit lebt, bei dieser Frage eine Wahl zu haben (Johannes 10,18).
um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen, indem ich seinem Tod gleich werde, ob ich irgendwie hingelange zur Auferstehung aus den Toten. Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage ⟨ihm⟩ aber nach, ob ich es auch ergreifen möge, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin. Philipper 3,10-12
Erläuterung: Der Apostel Paulus war wegen der Verkündigung des Evangeliums im Gefängnis. Seine einzige Sehnsucht war es, Jesus zu verherrlichen. Sei es durch Leben oder Tod. Er nutzte jede Situation, um das Evangelium zu verkündigen. Obwohl für jeden Christen wahr ist, dass Christus sein Leben sein soll und ist, so ist Sterben nicht immer ein Gewinn. Es ist kein Gewinn, wenn wir eines natürlichen Todes sterben und nicht in körperlicher Unsterblichkeit leben. Es ist nur ein Gewinn, wenn wir unter Verfolgung und in einer Extremsituation den Märtyrertod für Jesus sterben. Das Ziel des Apostel Paulus war es, dass er irgendwie hingelangt zur Auferstehung aus den Toten, von der es nach seiner Lehre für Christen zwei Möglichkeiten gibt. Sterben und von den Toten auferstehen oder den körperlichen Tod nicht zu erleben, sondern verwandelt zu werden, wie Jesus auf dem Berg der Verklärung.
Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. 2. Korinther 4,8-11
Erläuterung: Die Schwierigkeiten des Apostel Paulus führten dazu, dass das Auferstehungsleben sich immer mehr in seinem Leib offenbarte. Er überlebte das Auspeitschen, den Biss einer Giftschlange und die Steinigung.
Das Ziel: Der letzte Feind des Menschen "der Tod" soll durch die Auferstehung Jesu besiegt werden.
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? 1. Korinther 15,51-55
Wie wir noch sehen werden, geht es bei der Frage, wie man körperlich Unsterblichkeit erfahren kann, um unsere geistliche Reife und Christusähnlichkeit, um die Notwendigkeit, zur vollen Größe eines reifen Sohnes Gottes zu wachsen.
Manuel