Immer wieder werde ich von wohlmeinenden aber uninformierten Christen darauf angesprochen, in welche Gemeinde ich und meine Frau gehen. Nach der obigen Einführung und der Unterscheidungen zwischen dem alten und neuen Bund, muss jedem klar sein, warum wir derzeit in keine Gemeinde gehen. Fast überall treffen wir diese Vermischung an und das würde nur dazu führen das ich in dieser Gemeinde aufstehen müsste und ihre Lehren öffentlich in Frage stellen.
Aber damit ihr einen noch besseren Einblick bekommt, wie diese Vermischung auf das gemeinsame Leben in der Gemeinde auswirkt, ein paar plakative Gedanken dazu.
Lebenspraxis von einer Gemeinde mit einer vermixten Botschaft:
Die Gemeindemitglieder werden immer aufgefordert etwas zu tun
Du musst etwas tun um gerettet zu bleiben. Du musst etwas tun um heilig zu werden oder dir den Segen Gottes verdienen. Oftmals wirst du dann zu Regeln und Gesetze aufgefordert zu halten, die Gott unter dem Neuen Bund schon lange beseitigt hat.
Die Gemeindemitglieder sind sich nicht sicher, ob Gott sie mag
Aufgrund der gemischten Botschaft haben sie eine Sicht auf Gott, der zwar auf der eine Seite Liebe sein soll, aber auf der anderen Seite zornig und strafend. Aus diesen Grund können sie Gott nicht als ihren liebenden Vater vertrauen.
Die Gemeindemitglieder sind sich ihre Sünde bewusst
Aus diesen Grund empfinden sie eine unbewusste Angst und Scham vor Gott und fühlen sich in seiner Gegenwart nicht angenommen und geliebt.
Die Gemeindemitglieder sind gesetzlich
Sie denken das Gesetz zeigt ihnen, wie sie Gott gefallen können und die Sünde zu überwinden. Menschen werden an Äußerlichkeiten gemessen. Es herrscht eine Kultur der Heuchelei, Hartherzigkeit und Verurteilung, wenn jemand einen Fehler macht oder offen über seine Schwächen reden möchte. Jeder der eine andere theologische Position, auch wenn sie biblisch begründet ist, wird diese Person unter einen generellen Verdacht der Ketzerei und Irrlehre gestellt, dann verleumdet und schließlich ausgegrenzt. Da liegt daran, das sie ihre Sicherheit nicht in der Beziehung zu finden, sondern in ihre Lehrmeinungen die sie gegen jede Infragestellung verteidigen müssen.
Lebenspraxis von einer Gemeinde unter der Gnade:
Die Gemeindeglieder werden von ihren Brüdern und Schwestern bedingungslos angenommen
Da es für Christen unter der Gnade keinen Soll gibt die ein Gemeindemitglied erfüllen muss, können sie sich ohne Erwartungen und offen begegnen.
Die Gemeindeglieder wissen das Gott sie bedingungslos liebt
Sie kennen den Gott der Liebe aus ihrer persönlichen Begegnung mit ihm. Sie fühlen sich von ihn angenommen, bestätigt und geliebt. Auch wenn sie schwierige Lebensumstände erleben, können sie ihren Vater vertrauen, denn sie wissen das er nur reine Liebe ist.
Die Gemeindeglieder sind sich ihre Gerechtigkeit bewusst
Sie empfinden innerlich keine Angst und Scham mehr vor Gott. Sie gehen mit guten Gewissen, im Bewusstsein ihrer geschenkten Gerechtigkeit mit voller Freude in seine Gegenwart.
Die Gemeindeglieder leben die Freiheit in Christus aus
Die Gemeindeglieder wissen das alles in ihren Leben ein Geschenk ist. Das ist allein aus Gnade und Glauben gerettet sind. Das es allein die Gnade und der Glaube bewirkt das sie die Macht haben die Sünde zu überwinden. Es herrscht eine Kultur der gegenseitigen Annahme, Wertschätzung und Respekt. Sie sind lernbereit und offen andere Ansichten in Ruhe anzuhören und zu prüfen. Sie schätzen es wenn sie merken das Gott ihnen neue Offenbarungen aus seinem Wort zukommen lässt und sie weiter in die Erkenntnis der Wahrheit führt. Ihr Miteinander ist familiär, wo man sich gegenseitig und Gott leidenschaftlich liebt.
Manuel