Das wahre Evangelium – Anteil an der Natur Gottes/ Teil 2a

Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die kostbaren und aller größten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie Anteil bekommt an der göttlichen Natur, wenn ihr der Vergänglichkeit entflieht, die durch Begierde in der Welt ist. 2. Petrus 1,3-4

Heute möchte ich über eine Wahrheit des Evangeliums schreiben. Bei ihrem Inhalt bekommen religiöse Menschen eine Schnappatmung. Wenn unser Denken nicht mit dem Wort Gottes erneuert wird, dann haben wir als religiöse Menschen eine fleischliche Denkweise und eine falsche religiöse Demut, die dazu führt, dass wir die offenbarte Wahrheit von Gottes Wort ablehnen. Diese fleischliche Denkweise wird stark von den menschlichen Gefühlen und Lebenserfahrungen bestimmt. Diese gefallene Denkweise kommt besonders zur Geltung, wenn wir nach der wahren Identität des Menschen in Gottes Augen fragen. Obwohl das Wort Gottes sehr deutlich unsere neue Identität in Christus offenbart, lehnen fleischlich denkende Christen diese wunderbare Wahrheit ab, die zuerst geglaubt werden muss, bevor man sie erfährt. Und bezeichnen sich trotz des gegenteiligen Zeugnisses des Wortes Gottes, als „begnadigte Sünder“ und können in der Folge auch nicht anders leben als begnadigte Sünder.

Du bekommst immer was dein Herz glaubt.

Durch eine falsche Demut bezeichnen sie sich gerne als Versager, als unwichtig, oder wie Martin Luther es ausdrückte: Wir sind Bettler, das ist wahr. Alles falsche Vorstellungen und Denkweisen einer gefallenen religiösen Denkweise.

Wahre Demut redet nicht schlecht von sich, da das Wort Gottes die Einzigartigkeit des Menschen an mehreren Stellen bezeugt. Wahre Demut redet nur weniger über sich selbst.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag. 1. Mose 1, 26-31

Erläuterung: Ernst nachdem Gott den Menschen am sieben Tag geschaffen hat, heißt es „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“

Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht. HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Psalm 8,4-10

Erläuterung: Beachte im Text Gott hat den Menschen ein weniger niedriger als Gott gemacht, mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt. Das spricht vom Menschen vor dem Fall. Die Herrlichkeit (Beziehung zu Gott, Eden, Reich Gottes oder Himmel) war ihre geistliche Heimat, die sie verloren hatten (siehe Römer 3,23).

Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139,13

Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen. Epheser 2,10

Erläuterung: Wir sind sein Werk, kann mit sein Gedicht oder Meisterwerk übersetzt werden.

Allerdings gibt es Christen, die sich mit ihrer neuen Identität in Christus identifizieren können, sie jedoch noch nicht die wahre Tiefe und Realität erfasst haben. Darüber möchte ich heute schreiben. Am Kreuz kam es zu einem spirituellen Austausch. Wir wurden mit Christus ersetzt.

Lass mir dir das ganze Bild des Wortes Gottes zu dieser Wahrheit zeigen.

Gott hatte den Menschen am Anfang nach seinem Ebenbild geschaffen. Er hatte die Vollmacht und Herrschaft auf dieser Erde bekommen. Lebt gleichzeitig in zwei Dimensionen. In der geistlichen, unsichtbaren Realität und in der materiellen, sichtbaren Realität. Seine Umgebung war die Herrlichkeit und Gegenwart Gottes.

Jetzt kommen wir an einen bedeutungsvollen Punkt, weil es immer wieder, meiner Meinung nach, missverstanden wird. Die ersten Menschen waren in Unschuld geschaffen und hatten noch nicht vom Baum des Lebens gegessen. Und nachdem sie gefallen sind, wurde ihnen der Zugang dazu verwehrt. Ihr Fall führte dazu, dass die Sünde wie durch eine Tür Eingang in unsere Welt fand und mit ihr der Tod, in all seinen Formen. Der Mensch starb geistlich, seelisch, körperlich. Seine zwischenmenschlichen Beziehungen wurden durch die Sünde zerstört und die gesamte Schöpfung wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Aber dann kam unser Erlöser Jesus Christus und stellte den Menschen nicht nur wieder her, sondern bewirkte, dass der Mensch Anteil an der Natur Gottes bekommt.

Gott stellt den ursprünglichen Zustand nicht wider her, er ging darüber hinaus.

Als Jesus kam, sollte er uns zwei wichtige Wahrheiten offenbaren, die ich schon öfter auf diesem Blog angesprochen habe. Das Gottesbild und Selbstbild, oder anders ausgedrückt, die Identität des Menschen bzw. Christen. Einerseits offenbarte Jesus uns, wie der wahre Gott unser bedingungslos liebender Vater ist, und andererseits offenbarte er unsere wahre Identität. Er zeigte uns, wie ein reifer Sohn Gottes, ein Mensch, der mit dem Heiligen Geist erfüllt lebt und handelt.

Jesus offenbart den Vater

An vielen Stellen zeigt uns das Wort Gottes auf, dass Jesus wahrhaft Gott ist, und sie bezeugt uns, dass Jesus die letzte und genaueste Offenbarung des Vaters ist.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.[In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Johannes 1,1-4

Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater. Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater? Johannes 14,9

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welten gemacht hat. Hebräer 1,1-2

Wenn wir also wissen wollen, wie Gott ist, dann müssen wir uns nur Jesus anschauen. Dann können wir genau sagen, wie Gott ist und wie er handelt. Das heißt, dann aber auch, dass jede Lehre, die nicht mit Jesus’ Reden, Handeln und seinem Leben übereinstimmt, nicht richtig ist. Jesus ist die perfekte Theologie.

Beispiel: Wenn in christlichen Gemeinden gelehrt wird, dass Gott Menschen krank macht, dann kann dies nicht wahr sein, denn Jesus hat nie einen Menschen krank gemacht, sondern immer nur geheilt.

Jesus offenbart unsere Identität

Alles, was Jesus auf der Erde vollbracht hat, hat er nicht als Gott getan. Er hat es getan als ein Mensch, der uneingeschränkt mit dem Heiligen Geist erfüllt war.

Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Philip. 2,6-8

Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn. Lukas 4,18-19

wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm. Apostelgeschichte 10,38

Christus ist von Gott zu uns gesandt. Er redet Gottes Worte, denn Gott gibt ihm den Geist in seiner ganzen Fülle. Johannes 3,34

Jesus selbst wurde als Mensch von Gott geboren. Getauft im Heiligen Geist und hatte die Fülle des Heiligen Geistes als Mensch. Das ist das Muster für unser Leben als Christen. Das Wort Gottes macht deutlich, dass wir als Christen genau nach diesem Muster geschaffen sind und diesem Muster immer mehr entsprechen sollen. Wir sollen genau wie Jesus auf dieser Erde sein, in seinem Charakter und seinen Werken.

Manuel