Das wahre Evangelium – Vergöttlichung des Menschen/ Teil 2c

Der Vorwurf der Gotteslästerung

Da hoben die Juden abermals Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch erzeigt vom Vater; um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und weil du ein Mensch bist und machst dich selbst zu Gott. Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter«? Wenn jene »Götter« genannt werden, zu denen das Wort Gottes geschah – und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden –,wie sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott –, weil ich sage: Ich bin Gottes Sohn? Johannes 10,31-36

Im vorhergehenden Blog habe ich darüber geschrieben, dass Gott in Christus, uns mit sich selbst am Kreuz ausgetauscht hat. Heute zeige ich auf, dass das Wort Gottes, Jesus selbst und die früheren Kirchenväter diese Sichtweise bestätigen.

Im obigen Bibeltext wurde Jesus von den damaligen religiösen Juden der Gotteslästerung beschuldigt. Ein kurzer Abschnitt aus dem Wort Gottes, von dem wir viel lernen können. In dem Text sehen wir, dass Jesus ihnen wieder die passende Antwort auf ihre Kritik gibt. Aber bevor wir diese Antwort ausführlicher betrachten, lass mich dich noch kurz auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam machen. Wir sehen, dass die religiösen Juden zu seiner Zeit von Jesus scharf kritisiert wurden. An anderer Stelle sagt Jesus sogar, dass sie den Teufel zum Vater haben.

Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Begierden wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. Johannes 8,44

Immer wieder haben wir im Wort Gottes gesehen, dass es der Teufel darauf abgesehen hat, dass wir unsere wahre Identität und den wahren Gott nicht kennen, und dass er mit allen Mitteln versucht, diese zwei Wahrheiten zu verschleiern oder zu unterdrücken. Im Text geschieht es durch die damaligen religiösen Juden. Das zeigt uns, dass der Teufel Religion benutzt, um uns eine falsche Identität zu geben. Es ist eins seiner Mittel, um uns zu bestehlen, zu schlachten und zu töten.

Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge. Johannes 10,10

Beachte, dass dieser Bibelvers im gleichen Kapitel steht, in dem Jesus durch die religiösen Juden der Gotteslästerung angeklagt wird.

Wie reagiert Jesus auf diesen Vorwurf? Er fragt seine Landsleute, warum sie sich aufregen, dass er sich selbst als Sohn Gottes bezeichnet, da das Wort Gottes die Menschen klar als Götter nennt.

Welchen Bibelvers hat Jesus zitiert und wie ist er zu verstehen?

Es handelt sich um Psalm 82,6. Dort sagte Gott zu Menschen: „Ich habe gesagt: „Ihr seid Götter und Kinder des Höchsten“. Das hebräische Wort, das hier mit „Götter“ übersetzt wird, ist elohim, was buchstäblich „Götter“ bedeutet.

https://www.bibelkommentare.de/bibel/elb_bk/psalm/82

https://www.bibelkommentare.de/strongs/elb_bk/H430

In den ursprünglichen Manuskripte des Neuen Testaments übersetzten Christi Zitat in Johannes 10 mit dem griechischen Wort „theoi – „Götter“

https://www.bibelkommentare.de/bibel/elb_bk/johannes/10

https://www.bibelkommentare.de/strongs/elb_bk/G2316

Es ist offensichtlich, dass Jesus das gemeint hat, was er gesagt hat. Denn nur, wenn es mit Götter richtig übersetzt wird, macht das ganze Argument von Jesus Sinn, ansonsten nicht.

Ist es aber legitim, Menschen als Götter zu bezeichnen, wie Jesus es tat?

Ja, denn es wird in Psalm 82 ein Familienverhältnis aufgezeigt. Das Schlüsselwort in Psalm 82 ist Kinder. Es ist wichtig zu verstehen, dass Gott schon immer eine Familie aus drei in einem ist. Von Anfang an war es Gottes Absicht, seiner Familie viele Kinder hinzuzufügen. Gott will sich also im Grunde durch die Menschheit fortpflanzen. Aber beachte nochmals, dass die Menschen ursprünglich noch nicht Gottes geistliche Kinder waren, obwohl sie nach seinem Bild erschaffen waren. Da die Menschen ihm ähnlich geschaffen waren, wurde in ihnen das Potenzial angelegt, letztlich das gleiche Wesen zu werden, das Gott, der Vater, Jesus Christus und der Heilige Geist heute sind. Gott beabsichtigt, den Menschen auf die gleiche göttliche Existenz zu erhöhen, die er innehat.

Unsere Bestimmung erfolgte im Prozess der geistlichen Fortpflanzung, durch das lebendige, schöpferische Wort Gottes, indem uns Gott als seine Kinder durch das Evangelium gezeugt hat. Er hat unsere Schuld vergeben und unseren menschlichen Geist zum neuen Leben erweckt, um sich mit unserem menschlichen Geist zu vereinigen.

Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Römer 8,16

Durch sie sind uns die kostbaren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie Anteil bekommt an der göttlichen Natur, wenn ihr der Vergänglichkeit entflieht, die durch Begierde in der Welt ist. 2. Petrus 1,4

Deshalb ist ein vom heiligen Geist gezeugter Christ ein Kind Gottes, ein wirkliches Mitglied von elohim, der Familie Gottes. Der Same wurde in uns schon angelegt, durch geistlichen Wachstum durchlaufen wir einen Prozess völlig in unsere Vergöttlichung einzutreten.

Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1. Johannes 3,2

Als Miterben Christi werden wir die Herrschaft über alle Dinge erhalten, das gesamte unermessliche Universum eingeschlossen – eine Herrschaft, wie Christus sie innehat. (Römer 8,17; Hebräer 2,5–9; Offenbarung 21,7). Die Herrschaft über alle Dinge auszuüben, erfordert die Allmacht unseres Schöpfers. Erstaunlicherweise sagt Paulus, dass wir durch die vollständige Reife unseres geistlichen Wachstums, Zugang zur Allwissenheit Gottes haben werden.

Jetzt sehen wir nur ein undeutliches Bild wie in einem trüben Spiegel. Einmal aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke, doch einmal werde ich alles klar erkennen, so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt. 1. Korinther 13,12

Wir werden in der Tat, wie Jesus, zuletzt „von der ganzen Fülle Gottes erfüllt“ werden (Epheser 3,19 und Kolosser 1,19; 2,9)

Frage: Wie kann jemand mit der vollen Fülle Gottes erfüllt sein und weniger als Gott sein?

Deshalb werden wir bei unserer letztendlichen Verwandlung, göttlich werden.

Die Lehre der Vergöttlichung

Diese wunderbare Wahrheit ist für diejenigen, die dem Mainstream-Christentum angehören, schockierend. Sie wären überrascht, wenn sie erfahren würden, dass viele der frühen „Kirchenväter“, die im ersten Jahrhundert nach dem Tod der Apostel Jesus lebten, diese unglaubliche Wahrheit verstanden haben.

„Denn der Sohn Gottes wurde Mensch, damit wir Gott werden können.“ St. Athanasius, De inc., 54,3: PG 25,192 B

Der eingeborene Sohn Gottes, der wollte, dass wir an seiner Göttlichkeit Anteil haben, nahm unsere Wesensart an, damit er, zu einem Menschen gemacht, Menschen zu Göttern machen konnte. St. Thomas Aquinas, Opusc. 57:1-4

In der Tat sind wir bereits Mitglieder der Familie Gottes, durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt. Wir befinden uns jedoch noch im Prozess der Vollendung. Beachte zudem, dass das wahre Christentum keine polytheistische Religion mit vielen Göttern ist. Unsere Erhöhung auf die Gottebene, wird niemals die Vorrangstellung des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes als Oberhäupter der Familie infrage stellen.

Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott sei alles in allem. 1. Korinther 15,28

Das ist die Bestimmung, die Gott für die gesamte Menschheit vorgesehen hat! Wir wurden zu einem Ehrfurcht gebietenden Zweck geschaffen. Ganz im Gegenteil zur falschen Behauptung des Teufels, dass Gott uns etwas vorenthalten wollte, zeigt sich darin seine unglaubliche demütige, gebende und opferbereite Hingabe an uns, damit wir Anteil an seiner Natur bekommen können.

Gott hat gesagt: „Ihr seid Götter.“

Manuel